Kunstgruppe ROSA REITER aktiv gegen AIDS
Die Kunstgruppe "Rosa Reiter " ist ein Zusammenschluss von HIV-positiven Menschen, die gemeinsam kreativ arbeiten wollen. Ein 1992 vom damaligen Bezirksamt Charlottenburg ( heute Charlottenburg - Wilmersdorf ) und der Berliner AIDS-Hilfe e.V. installiertes ständiges Angebot der Volkshochschule Bildnerisches Gestalten aktiv gegen AIDS " legte den Grundstein. Hierraus entstand sehr schnell eine Gruppe die sich den Namen ROSA REITER gab um so auch in der Öffentlichkeit als Gemeinschaft auftreten zu können. Die Teilnahme ist unentgeltlich, doch müssen die Künsler selbst für die Materialien aufzukommen. Aus unterschiedlichsten Materialien entstehen Bilder und Collagen. Eine gemeinsame Stilrichtung wird nicht angestrebt. Es werden weder künstlerische Vorgaben gegeben, noch werden psychotherapeutische Ziele verfolgt.
Zunächst ging es insbesondere darum,sich mit den Ängsten und Hoffnungen, Wut und Trauer in Folge von Infektion und Krankheit künstlerisch auseinander zu setzen. Hoffnung - das Gegenteil von Aufgabe. Hoffnung ist eine stille Form von Optimismus, dass alles gut werden wird, wie schwierig die Situation auch sein mag. Hoffnung lässt sich auch schaffen, indem man sich z.B. Menschen oder eine Gruppe sucht, welchen es ähnlich ergaht wie einem selbst. Antiretrovirale Medilamentencocktails gab es noch nicht und die Überlebenszeit der Teilnehmer schien eng begrenzt. Klargemacht werden musste sich selbst: Solange man lebt, hat man auch Einflussmöglichkeiten. Bei der ersten öffentlichen Ausstellung 1993 traute sich kaum einer der beteiligten Maler aus Angst vor Diskriminierung mit mehr als seinem Vornamen zu signieren.
Viele der Teilnehmer der ersten Stunde sind verstorben. Doch zum harten Kern der so genannten Langzeitüberlebenden sind neue Mitstreiter und Mitstreiterinnen gekommen.
Man kann sich beklagen, dass man krank ist, oder dankbar sein, dass es Medikamente gibt. Man kann sich beklagen, dass man nicht mehr Arbeiten kann, oder sich darüber freuen ein (neues) Tätigkeitsfeld gefunden zu haben. Man kann sich über Probleme beklagen oder sie als eine Chance ansehen, dazuzulernen.
Mit den Kombinationstherapien kam es auch zum Stimmungsumschwung. Einerseits war in der Gesellschaft die Akzeptanz HIV-positiver gegenüber gewachsen, andererseits wollen die (wieder-) gewonnenen Jahre genutzt werden. Jeder Entscheidet für sich und seine Sicht, ob er zufrieden oder unzufrieden ist. So sind Herkunft und Motivation der beteiligten Künstler vielfältiger geworden.
Man muß Aktiv werden und nach Lösungen suchen. Der eine schaut nur mal hin und wieder auf ein Tee und ein Gespräch vorbei, mit dem kreativen Nebeneffekt eines entstandenen Bildes. Ein anderer hat inzwischen ein Kunststudium absolviert. Einige hoffen, die im verlauf der Erkrankung abgebrochene Berufslaufbahn durch die künstlerische Karriere ersetzen zu können.
Man sieht und erlebt was man denkt und sollte aus dem was man mitbringt und seinen Talenten und Fähigkeiten das Beste machen.
Für manche von uns ist das Malen zu einem Lebenszweck geworden. Mit großer Begeisterung beteiligen wir uns an ausgeschriebenen Wettbewerben und Ausstellungen. Mit Stolz haben einige von uns den einen oder anderen Preis entgegengenommen.
Neben unserer künstlerischen Arbeit und Ausstellungen unternehmen wir auch gemeinsame Information- und Studienreisen.
Die meisten Mitglieder unserer Gruppe haben in materieller Hinsicht keine gute Stellung und hoffen, dass auf den diversen Ausstellungen das eine oder andere Bild verkauft wird.
Ein Teil des Erlöses geht auf das Konto für Material. Damit können wir Gewährleisten, dass alle in Gruppe mit den gleichen Materialien arbeiten können.
Wir sind offen und dankbar für jegliche Unterstützung in Form von Sach- und Geldspenden.
Unser Spendenkonto: Commerzbank Konto-Nr.: 23 23 020 BLZ: 100 400 00 "Freunde des Cafe´ PositHiv e.V." Bitte immer Verwendungszweck angeben " Spende RosaReiter " Eine gleichzeitige Information an einen der beiden Sprecher ist uns sehr Wichtig.